Methode und Quellen

So funktioniert prlmnt

Vor einer Wahl veröffentlichen Parteien Programme mit Hunderten Vorhaben. Was danach im Parlament beschlossen wird, ist öffentlich dokumentiert – aber verteilt auf Tausende Einträge, Protokolle und PDF-Dokumente. prlmnt führt diese offiziellen Quellen zusammen, damit sichtbar wird, wie Parteien abstimmen und wie das zu dem passt, was sie angekündigt haben.

prlmnt gibt keine Wahlempfehlung und bewertet keine politischen Positionen. Wir wenden auf alle Parteien dieselben Methoden an, zeigen, was in den Quellen steht, und verlinken jede Angabe auf ihre Quelle, damit sie sich überprüfen lässt.

Unsere Quellen

Die Daten des Parlaments stehen unter der Lizenz CC BY 4.0. Wir aktualisieren sie täglich.

In Vorbereitung: Presseaussendungen der Parlamentsklubs, die vollständigen Redetexte aus den Stenographischen Protokollen und frühere Gesetzgebungsperioden.

Wie wir Abstimmungen auswerten

Im Nationalrat wird in der Regel nach Klubs abgestimmt. Das Parlament veröffentlicht zu jeder Abstimmung, welche Fraktionen dafür und welche dagegen gestimmt haben. Wir lesen diese Angaben für jede Abstimmung aus – auch für Abänderungs- und Entschließungsanträge, die nicht als Gesetz enden.

Die Übereinstimmung zweier Parteien ist der Anteil der Plenarabstimmungen, bei denen beide gleich abgestimmt haben. Dabei gilt:

Wie wir Wahlprogramme auswerten

  1. Text erfassen. Wir zerlegen jedes Programm in Überschriften und Absätze und speichern die Seitenzahl, damit sich jede Stelle im Original nachschlagen lässt.
  2. Gegen den Druck prüfen. Text aus PDF-Dateien kann fehlerhaft sein, etwa durch falsch kodierte Schriften oder durch Text, der gespeichert, aber nicht sichtbar ist. Deshalb lesen wir jede Seite zusätzlich per Texterkennung (OCR) und gleichen jeden Satz mit dem gedruckten Text ab. Je nach Programm werden so 97 bis über 99 Prozent der Sätze bestätigt; die übrigen Stellen – meist Überschriften in Zierschrift oder Text auf farbigem Hintergrund – sind markiert.
  3. Themen zuordnen. Ein Sprachmodell ordnet jeden Absatz bis zu drei der 20 Themenbereiche zu, die auch das Parlament für Anträge und Gesetze verwendet. So lassen sich Programme und Abstimmungen später über dieselben Themen verbinden.
  4. Vorhaben erkennen und belegen. Das Modell sucht konkrete, überprüfbare Vorhaben: was Gesetzgebung, Regierung oder Verwaltung tun sollen. Werte, Beschreibungen der Lage und Kritik an anderen Parteien zählen nicht dazu. Zu jedem Vorhaben muss es die Textstelle wörtlich zitieren; wir prüfen automatisch, ob das Zitat tatsächlich im Programm steht, und verwerfen Vorhaben ohne passendes Zitat.
  5. Menschlich prüfen. Die erkannten Vorhaben sind Vorschläge. Erst wenn eine Person ein Vorhaben geprüft hat, verwenden wir es für Vergleiche mit dem Abstimmungsverhalten. Diese Prüfung steht noch aus.

Welches Sprachmodell wir verwenden

Alle fünf Programme wurden mit demselben Modell ausgewertet, damit Unterschiede zwischen den Parteien nicht vom Werkzeug kommen. Ausgewählt haben wir es in einem Vergleich von fünf Modellen, die dieselben 40 Absätze mit derselben Anleitung und denselben Prüfungen auswerten mussten. Entscheidend war, wie oft ein Modell Zitate erfindet, Absätze auslässt oder mehrere Vorhaben zusammenfasst. Am zuverlässigsten war Claude Haiku 5.5 von Anthropic: keine erfundenen Zitate, keine ausgelassenen Absätze.

Sprachmodelle machen dennoch Fehler. Deshalb zeigen wir zu jedem Vorhaben das Originalzitat und die Seite.

Wie die Themenanteile berechnet werden

Die Übersicht der Wahlprogramme zeigt, welcher Anteil eines Programmtexts auf welches Thema entfällt. Jeder Absatz zählt mit seiner Länge; hat er mehrere Themen, wird er gleichmäßig auf sie aufgeteilt. So ergeben die Anteile eines Programms zusammen 100 Prozent und lassen sich zwischen Programmen vergleichen, egal wie lang sie sind oder wie sie in Absätze gegliedert sind.

Was die Daten nicht zeigen

Was als Nächstes kommt